Ökumenisches Institut für Theologie und Religionspädagogik » Studium » Gabriele Theuer

Religion und Bildung

Do 8-10

GTH 2

Die Veranstaltung geht der Frage nach, Inwiefern Theologie und Bildung miteinander zusammenhängen. Damit verbunden ist die Frage, ob Glaube lehr- und lernbar ist, d.h. ob Schülerinnen und Schüler den Glauben lernen und die Lehrkräfte ihn vermitteln können. Die Veranstaltung zeigt auf, dass Bildung ein genuines Thema der Theologie ist, das sich von den Anfängen im Alten Testament durch die gesamte Geschichte des Christentums hindurchzieht. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt bei neuzeitlichen Entwicklungen, bei denen der Bildungsbegriff explizit thematisiert wird. Zentrale Themen sind dabei Menschenbild, Menschenwürde und Gottebenbildlichkeit, die Personalität des Menschen, seine Bestimmung sowie Grundfragen der Ethik und interreligiöse Aspekte. Zum Abschluss werden wir zusammenfassend den Zusammenhang von Glaube und Bildung zur Sprache bringen. Zu dieser Veranstaltung sollten Sie Lese- und Diskussionsfreue mitbringen. Literatur: Friedrich Schweitzer: Bildung, Neukirchen-Vluyn 2014.

Propheten im Religionsunterricht der Sekundarstufe

Mo 8-10

BA 2015: SB 5.4; PO 2011: M 3.8

Prophetie in Israel ist ein überaus vielschichtiges Phänomen ist mit sehr unterschiedlichen Gesichtern, einer langen Vorgeschichte und einer ebenso langen Wirkungsgeschichte. Das Seminar befasst sich mit zentralen Merkmalen der alttestamentlichen Propheten und Prophetinnen und Schwerpunkten ihrer Verkündigung auf dem Hintergrund der jeweiligen historisch-gesellschaftlichen Situation. Im Seminar werden nach einigen grundsätzlichen Informationen zum Thema Prophetie einige für den schulischen Religionsunterricht relevante Propheten näher betrachtet, z.B. Elija, Amos und Jesaja und wesentliche Aspekte ihrer prophetischen Verkündigung erarbeitet. Ein zentrales Thema dieser Propheten ist ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit, den sie unmittelbar mit der Gottesbeziehung verbinden. Darin liegt auch die besondere Relevanz der biblischen Prophetie für heutige Schüler/innen und Schüler. Das Seminar geht unter Einbeziehung verschiedener didaktischer Konzepte der Frage nach, wie den Schüler/innen die bleibende Gültigkeit und Aktualität der prophetischen Verkündigung einsichtig werden kann. Zur Erschließung des Themas werden vielfältige Methoden eingesetzt, die auch Impulse für die spätere Unterrichtspraxis geben können. Bringen Sie zur Veranstaltung bitte Ihre Bibel und den aktuellen Bildungsplan mit.

Biblische Erzählungen im Religionsunterricht der Grundschule

Mo 14-16

GB 3.4

Personen und Erzählungen der Bibel sind eine wesentliche Grundlage unseres Glaubens und auch konstitutiver Bestandteil des Bildungsplans der Grundschule. In der Veranstaltung befassen wir uns gemeinsam damit, wie den Schülerinnen und Schülern der Grundschule die Relevanz der biblischen Erzählungen für ihr Leben bewusst werden kann. Eine Grundfrage der Bibeldidaktik ist ja, wie es gelingt, die alten Texte der Bibel in eine Beziehung zu den Erfahrungen und Lebensfragen heutiger Schülerinnen und Schüler zu setzen. Zudem wird der Frage nachgegangen, wie mit den entwicklungspsychologisch bedingten Zugängen der GrundschülerInnen sinnvoll umgegangen und ein vertieftes metaphorisches Verständnis der Bibeltexte gefördert werden kann. Die Veranstaltung stellt einige neuere bibeldidaktische Ansätze vor, die wir gemeinsam durchführen, reflektieren und kritisch miteinander diskutieren. Zudem sind die Teilnehmenden herausgefordert, an exemplarischen biblischen Erzählungen selbst in Kleingruppen didaktisch-methodische Vorgehensweisen zu entwickeln, um Bibeltexte für SchülerInnen der Grundschule ganzheitlich zu erschließen, zu vergegenwärtigen und kreativ weiterzuführen. Literatur: Peter Müller: Schlüssel zur Bibel. Eine Einführung in die Bibeldidaktik, Stuttgart 2009; Rainer Oberthür: Kinder fragen nach Leid und Gott. Lernen mit der Bibel im Religionsunterricht, München 52006; Mirjam Schambeck: Bibeltheologische Didaktik, Göttingen 2009; Burkard Porzelt, Grundlinien biblischer Didaktik, Bad Heilbrunn 2012. Bringen Sie zur Veranstaltung bitte immer Ihre Bibel mit

Grundfragen der Theologie und Religionspädagogik (Examenskolloquium)

Mi 14-16

PO 2011: KB/M 3.4

Dieses Kolloquium wendet sich an Theologiestudierende in der Endphase ihres Studiums. Hier soll das gesamte Gebiet der Theologie/Religionspädagogik überblicksweise und exemplarisch (mit Betonung der von Ihnen gewählten Prüfungsthemen) durchschritten werden. Von den Teilnehmenden wird die Bereitschaft erwartet, zwei bis drei Themenkomplexe vorzustellen. In der ersten Sitzung werden grundlegende Informationen zum Staatsexamen gegeben.

Grundfragen der Religions- und Bibeldidaktik

Mi 10-12

BA 2015: SB 3.3

Wie gestalte ich meinen Religionsunterricht so, dass er sowohl den SchülerInnen in ihrer Lebenssituation als auch dem Lerninhalt gerecht wird? Die Veranstaltung gibt einen kurzen historischen Überblick über zentrale religionsdidaktische Ansätze, die besonders in der Sekundarstufe relevant sind. Dabei liegt der Schwerpunkt auf neueren didaktischen Ansätzen, die dezidiert die Schülerinnen und Schüler als Subjekte des Unterrichts ernst nehmen und in „Korrelation“ zur „Sache“ des Religionsunterrichts setzen wie z.B. Elementarisierung, Symboldidaktik und Theologisieren mit. Jugendlichen. Auch die aktuell relevanten bibeldidaktischen Ansätze werden vorgestellt und durch ein ganzheitliches erfahrungsorientiertes Vorgehen gemeinsam erschlossen. Wir werden uns damit befassen, wie man mit Hilfe dieser Ansätze Religionsunterricht sinnvoll plant und ihre Umsetzung im Religionsunterricht diskutieren. Dabei werden unterschiedliche Methoden in den Blick kommen, die im Religionsunterricht eingesetzt werden können. Zur Einübung werden wir in Kleingruppen Unterrichtseinheiten oder einzelne Bausteine daraus entwerfen, die dann in der Gruppe kritisch diskutiert werden sollen.

Exegetisches Arbeiten

Mi 8-10

BA 2015: GB/SB 2.2; PO 2011: M 2.3

Eine fundierte Erschließung eines Bibeltextes ist die notwendige Grundlage für dessen angemessenes Verständnis und damit auch für die Vorbereitung einer biblisch orientierten Unterrichtsstunde und natürlich für den Ausführlichen Unterrichtsentwurf. Im Seminar erarbeiten wir gemeinsam die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten. Dazu werden insbesondere die Methoden der historisch-kritischen Exegese theoretisch eingeführt und dann jeweils gemeinsam (z.B. in Gruppenarbeit) an exemplarischen Bibeltexten angewendet. Abschließend werden noch kurz zentrale bibeldidaktische Ansätze in den Blick genommen. In diesem Seminar erwerben Sie die notwendigen Grundkenntnisse, um eine eigene exegetische Arbeit mit einem religionspädagogischen Ausblick zu erstellen; diese ist für Studierende nach PO 2015 die Form der Prüfung über Modul 2 bzw. Modul 3 (Sek); nach PO 2011 ist die Exegese die Form der M 2-Prüfung. Literatur: Im Seminar arbeiten wir mit dem Buch von Erlemann/Wagner: Leitfaden Exegese, Stuttgart 2013. Dieses Buch sollten Sie möglichst besitzen. Außerdem sollten Sie zu jeder Sitzung Ihre Bibel mitbringen.

Einführung in das Neue Testament und die biblische Theologie

Mo 12-14

BA 2015: GB/SB 1.3; PO 2011: M 1.3

„Viele Stimmen – ein Glaube“, so kennzeichnet ein Kommentar die Botschaft des Neuen Testaments. Die Schriften des Neuen Testaments entfalten auf der Basis der Hl. Schrift, unseres Alten Testaments, dass der Jude Jesus, der mit seinen Jüngern durch Galiläa zog und das Reich Gottes verkündete, der erwartete Messias und der Sohn Gottes ist. Nach einem Überblick über die gesellschaftspolitische und religiöse Situation zur Zeit Jesu betrachten wir zentrale Aspekte der Verkündigung Jesu und ihre Entfaltung in den vier Evangelien sowie weiteren neutestamentlichen Schriften und erarbeiten Grundfragen und Grundlinien der Texte. Da es sich um ein zentrales Thema des Religionsunterrichts handelt, werden auch didaktische Überlegungen im Hinblick auf den Religionsunterricht einbezogen. Ich empfehle Ihnen, zur Vorbereitung schon einmal die vier Evangelien zu lesen. Bitte bringen Sie zu jeder Veranstaltung Ihre Bibel mit, möglichst die Zürcher Bibel (Textfassung 2007ff.; am besten die „grüne“ Version mit Einleitung und Glossar).

Die Wunder Jesu

Mo 10-12 

SB 3.1 / GB 2.1

Die „Machttaten“ (bzw. „Zeichen“) Jesu, die die heilvolle Gegenwart Gottes erfahrbar werden lassen, spielen eine große Rolle in seiner Reich Gottes-Verkündigung. Die Veranstaltung befasst sich mit der theologischen Aussageabsicht der neutestamentlichen Wundergeschichten im Horizont der christologischen Verkündigung. Dazu ist zunächst einmal das Wunderverständnis der Antike und der Bibel von unserem heutigen Wunderverständnis abzugrenzen. Wir setzen uns mit ausgewählten Wundergeschichten auseinander und erschließen gemeinsam deren spezifische Strukturmerkmale und ihre theologische Aussage. Verschiedene Ansätze der Auslegung biblischer Wundergeschichten werden vorgestellt und kritisch diskutiert. Dabei wird auch auf die Frage eingegangen, wie man die biblischen Wundergeschichten heute verstehen und Schülerinnen und Schülern im Religionsunterricht zu einem angemessenen Verständnis dieser Geschichten helfen kann.