Ökumenisches Institut für Theologie und Religionspädagogik » Personen » Axel Wiemer » Lehrveranstaltungen WiSe 2017/18

Die verbindlichen Veranstaltungsdaten - auch bei Änderungen! - finden Sie wie gewohnt im LSF.

Bitte melden Sie sich zu meinen Seminaren über stud.IP an.

Einführung in die Theologie und die Religionspädagogik

Achtung: verlegt – NEU: Mi 8–10, HS 5, GB/SB 1.1
Beginn: 25.10.2017 (!)

In dieser Veranstaltung erarbeiten wir uns eine Grundorientierung über das weite Feld, das wir „Theologie“ und „Religionspädagogik“ nennen. Was ist „Theologie“? Was hat sie mit uns, also unserem Leben und unseren Fragen, und mit den Schülerinnen und Schülern zu tun? Wir werden uns exemplarisch mit verschiedenen Themen und Fragestellungen der Theologie befassen und dabei auch religionspädagogisch relevante Fragen und Horizonte in den Blick nehmen. Das Ziel der Veranstaltung ist, dass Sie Zutrauen zu Ihrem eigenen theologischen Wissen, vor allem Ihrem Frage- und Denkvermögen fassen, und dass sie ein Gespür für die religionspädagogische Relevanz theologischen Denkens entwickeln – so kommen Sie gut an in einem wirklich schönen Studium.

Hinweis: Wenn es Ihnen möglich ist, sollen Sie diese Veranstaltung in Ihrer Konfession besuchen. In diesem Semester gab es aber leider eine Fehlplanung in der Grundschulpädagogik. Wenn Sie nur an der Einführung in der "falschen" Konfession teilnehmen können, ist das daher ausnahmsweise möglich. Prüfen Sie aber auch, ob Sie stattdessen andere Veranstaltungen verlegen oder erst im Folgesemester besuchen können und wollen.

Literaturempfehlungen: Wiemer, Gott ist kein Pinguin. Theologie in religionspädagogischer Perspektive, Göttingen 2011; Wiemer/Edelbrock/Käss, Basiskartei Religionsdidaktik. Grundlagen – Unterrichtsplanung – Methoden, Göttingen 2011. Von beiden Werken gibt es nur noch Restauflagen in meinem Keller - bei Interesse können Sie die Titel im Seminar günstig erwerben.

Einführung in das Alte Testament und die Geschichte Israels

Di 10-12, HS 3, GB/SB 1.2
Beginn: 17.10.2017

Das sog. Alte Testament ist die „Heilige Schrift“ der Juden (also z.B. Jesu und seiner Jünger/innen) und zugleich der erste Teil unserer christlichen Bibel, also Grundlage von Judentum und Christentum. Eine gute Kenntnis seiner Texte ist eine entscheidende Basis für ein sinnvolles Theologiestudium und einen guten Religionsunterricht. Für das Verständnis der Texte wiederum ist eine Kenntnis der Geschichte Israels erforderlich. In der Veranstaltung geht es also darum, dass wir uns einen Überblick über das Alte Testament und die historischen Kontexte seiner Entstehung erarbeiten. Ein Akzent wird dabei auf den Textbereichen liegen, die im Religionsunterricht besonders relevant sind.

Ich erwarte, dass Sie größere Textzusammenhänge des Alten Testaments während des Semesters lesen, planen Sie sich dafür Zeit ein. Als Hilfestellung für den Überblick arbeiten wir außerdem mit meinen Lernkarten Bibelkunde, Göttingen 2. Auflage 2012 (evtl. dann auch schon 3. Auflage 2017). Für weitere Informationen nutzen wir das Taschenbuch Albani/Rösel, Altes Testament, Stuttgart 2. Auflage 2007, sowie den Calwer Bibelatlas von Zwickel, Stuttgart 2000. Zu allen diesen Titeln gibt es im Seminar eine günstige Sammelbestellmöglichkeit. Weitere Grundlagenliteratur finden Sie in unserem Dauerapparat THB.

Wer sich vorbereiten und/oder für die Arbeit im Semester entlasten möchte, kann gerne schon einmal mit Sinn und Verstand - und Bleistift - einige Abschnitte des Alten Testaments lesen, etwa Gen, Ex 1-20 und einige Psalmen.

Bitte bringen Sie zu jeder Sitzung Ihre Bibel mit (gerne eine Zürcher Bibel oder Luther 2017 - über Vor- und Nachteile verschiedener Übersetzungen werden wir auch noch reden!).

Theologische Anthropologie

Di 8-10, HS 3, GB/SB 2.1
Beginn: 17.10.2017

Was ist der Mensch? So fragen nicht erst wir, so fragt schon die Bibel, die Kirchengeschichte usw. Das Seminar geht aus von exemplarischen biblischen Antworten auf diese Frage, stellt sich aber ebenso dem Gespräch mit dogmengeschichtlich relevanten Positionen und sucht nicht zuletzt nach gegenwärtig zu verantwortenden theologischen Aussagen über den Menschen, wofür wir nicht ganz um die Beschäftigung mit anderen Wissenschaften herumkommen. Na, und natürlich wollen wir auch herausfinden, was unsere Überlegungen für den Religionsunterricht bedeuten. Zuviel für ein Seminar? Gewiss! Aber gerade das macht dieses Seminar spannend :-)

Ich erwarte von allen Teilnehmenden Lust an eigenem Denken und Fragen - und zwar in einem solchen Maße, dass Sie dieses auch schon in der Vorbereitung an ausgewählten Texten aktivieren, denn umso spannender und fruchtbarer werden unsere Diskussionen im Seminar werden. Gerne bin ich bereit, in der Schwerpunktsetzung des Seminars auch auf Fragestellungen zu reagieren, die sich im gemeinsamen Lern- und Denkprozess als besonders spannend für unsere Seminargruppe herauskristallisieren.

Literatur: Wir werden mit einem bunten Strauß verschiedener Texte arbeiten. Falls sich jemand schon vor dem Semester mit einer gut lesbaren Einführung in die Thematik befassen will, empfehle ich Ihnen ein Taschenbuch von Gunda Schneider-Flume: Wenig niedriger als Gott? Biblische Lehre vom Menschen, Leipzig 2013.

Exegetisches Arbeiten

Fr 10-12.30, HS 3, GB/SB 2.2 (PO 2011: M 2.3)
Beginn: 20.10.2017

Dieses Seminar führt in die exegetischen Methoden ein, die wir uns nach und nach jeweils an konkreten Bibeltexten erarbeiten. Einen Schwerpunkt möchte ich dabei wegen der Passung zum Modulthema auf Texte legen, die ihren Blick besonders auf den Menschen richten, u.a. werden wir gründlich Gen 1-3 und Ps 8 befragen, aber auch an ausgewählten neutestamentlichen Texten arbeiten. Im Januar werden wir uns auch mit der Frage befassen, welche Bedeutung diese Erkenntnisse für den Religionsunterricht haben. So sollen Sie am Ende des Seminars in der Lage sein, selbst einen biblischen Text in Auseinandersetzung auch mit der Fachliteratur exegetisch zu erarbeiten und Ihre Einsichten bibeldidaktisch zu reflektieren. Anders gesagt: In diesem Seminar erarbeiten Sie siich das methodische Rüstzeug für die Anfertigung einer wissenschaftlichen Exegese mit bibeldidaktischem Ausblick - Ihre Prüfungsleistung zu M 2, im BA.S1 ggf. auch zu M 3.

Literatur: Grundfragen und Methoden exegetischen Arbeitens möchte ich mit Ihnen anhand von Erlemann/Wagner, Leitfaden Exegese, Tübingen 2013, erarbeiten; dieses Buch sollten Sie möglichst besitzen (ca. 20 €). Bringen Sie außerdem bitte stets Ihre Bibel mit (gerne eine Zürcher Bibel oder Luther 2017). Weitere Grundlagenliteratur finden Sie in unserem Dauerapparat THB.

Begleitseminar zum ISP

Fr 8-10, A 107a, GB 2.4 (PO 2011: M 2.6)
Beginn mit Doppelsitzung am Fr, 13.10.2017, 8-12, in A 107!

Dieses Seminar wird für die Studierenden der evangelischen Theologie angeboten, die in diesem Semester ihr ISP absolvieren. Die Teilnahme daran ist für alle GS-Studierenden verbindlicher Bestandteil der Schulpraxisanforderungen; auch S1.HF-Studierende nach PO 2011 sind zur Teilnahme verpflichtet - S1.NF-Studierende nach PO 2011 sind "bloß" herzlich willkommen.

Wir werden miteinander Grundfragen der Unterrichtsplanung und -gestaltung erarbeiten. Zum einen werden wir dafür in jeder Woche einen thematischen Akzent setzen, zum anderen Fragen behandeln, die Sie jeweils aktuell aus Ihren Praktika mitbringen, Dinge miteinander ausprobieren, Feedback geben und empfangen usw. Ein Schwerpunkt wird auch sein, dass wir verschiedene Möglichkeiten für den Aufbau eines Unterrichtsentwurfs diskutieren und klären, welche Fragen in den einzelnen Abschnitten jeweils zu stellen sind.

Literatur: Pflichtlektüre gibt es nicht, Ihr Praktikum soll im Vordergrund stehen. Aber es gibt nützliche Literatur - z.B. die "Basiskartei Religionsdidaktik" oder das Büchlein "Praxissemester Religion" von Mirjam Zimmermann und Hartmut Lenhardt. Bei Interesse gibt es jeweils günstigere Sammelbestellmöglichkeiten im Seminar.

Gott in Erzählungen der Bibel

Mi 10-12, HS 3, SB 4.2 (PO 2011: M 2.2/8)
Beginn: 25.10.2017 (!)

Die Bibel ist keine Dogmatik - wenn sie von Gott redet, dann vorzugsweise im Modus des Gebets (Lob, Dank, Bekenntnis, Bitte, Klage) oder eben in Erzählungen. Diese Erzählungen sind für Erwachsene konzipiert, d.h. die Wahl der Form verdankt sich nicht didaktischen Überlegungen der Art, dass für Kinder Erzählungen plastischer wären o.ä. Vielmehr erscheinen Erzählungen als besonders angemessene Form, von Gott zu reden - von Gott zu reden, das heißt eben stets auch, erlebtes Geschehen und eigenes Geschick im Blick auf Gott bzw. von ihm her zu deuten. So verstanden möchten die Erzählungen der Bibel nicht einfach nur fixieren, wie Gott ist, sondern einladen, sich ausgehend von der eigenen Situation mit entsprechenden Deutungen in Identifikation und Distanzierung auseinanderzusetzen. Zu solcher Auseinandersetzung fordert auch die Vielstimmigkeit biblischer Gottesrede auf, die sich nicht einfach auf genau "eines", gar "das" biblische Gotteszeugnis hin vereindeutigen lässt.

Aus dem reichen Schatz biblischer Erzählungen werden wir für jede Sitzung eine andere auswählen: Kerntexte der biblischen Tradition ebenso wie anstößige Geschichten, Erzählungen, die vom Kerncurriculum für den RU vorgesehen sind, ebenso wie unbekanntere Texte. Den Schwerpunkt möchte ich gerne auf alttestamentliche Erzählungen legen. Grundsätzlich bin ich bei der Auswahl der behandelten Erzählungen aber für Wünsche aus der Seminargruppe offen und nehme ggf. gerne neutestamentliche Texte in den Plan auf.

Von allen Teilnehmenden erwarte ich die Bereitschaft, zu Beginn einer Sitzung (ggf. in kleinen Teams) in die jeweilige Erzählung einzuführen, indem eine Textgliederung und grundlegende textlinguistische Beobachtungen vorgestellt werden. Bei unserer Interpretation der Texte werden wir immer wieder Grundfragen der Hermeneutik diskutieren - nicht zuletzt im Blick darauf, ob und wie diese im schulischen RU zum Tragen kommen können (müssen?!).

Wissenschaftliches Arbeiten ausgehend von Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung

Gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Benk
Di 14-16, HS 3, PO 2011: M 3.5
Beginn: 17.10.2017

Die Texte Dietrich Bonhoeffers, die in dem Band "Widerstand und Ergebung" abgedruckt sind (v. a. seine Briefe aus dem Gefängnis), gehören zu den kräftigsten theologischen Impulsen des vergangenen Jahrhunderts und sind noch immer hochaktuell. Zugleich ist es eine bleibende Herausforderung, aus diesen kurzen Skizzen Bonhoeffers Sichtweise zu erheben – es gibt höchst unterschiedliche Interpretationen seiner Theologie. Was ist zum Beispiel gemeint mit häufig zitierten Begriffen wie "Civilcourage", "Verantwortung", "mündig gewordene Welt", "Weltlichkeit", "Dasein für andere", "religionsloses Christentum" oder "Diesseitigkeit"? Wir möchten in diesem Seminar gemeinsam mit Ihnen Bonhoeffers Texte zu verstehen versuchen und mögliche Aktualisierungen diskutieren. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen um die Interpretation ausgewählter Kerntexte dieses spannenden Werks.

Das Seminar dient zugleich und an diesem Beispiel der Erarbeitung grundlegender Fragen wissenschaftlichen theologischen Arbeitens. Hier können Sie gerne Fragestellungen einbringen, die Sie im Blick z.B. auf die eigene "Wissenschaftliche Hausarbeit" zum Examen beschäftigen. Im Gespräch mit Bonhoeffer wird unser Fokus dabei auf einer begrifflich präzisen Interpretations- und Formulierungsarbeit liegen. Bitte bringen Sie zur ersten (und allen weiteren Veranstaltungen) eine aktuelle (ab 17. Auflage 2002) Taschenbuch-Ausgabe von "Widerstand und Ergebung" mit.

Mensch und Religion

Di 16-18, HS 5, GTH 1 (PO 2011: GF-Theo 1.1)
Beginn: 07.11.2017 (!!)

Theologische Grundfragen der Bildung? Gibt es das? Soll sich "die Kirche" da nicht lieber schön raushalten? Nun ja, Sie können natürlich frei wählen, aus welchem Bereich Sie die Grundfragen studieren. Aber Spannendes zu entdecken gäbe es hier. Z.B., dass "Theologie" und "Kirche" keineswegs dasselbe sind. Und die Frage nach dem Menschen, die uns besonders beschäftigen wird, ist immer schon für religiöse Antworten offen gewesen. Damit ist keineswegs gesagt, dass der Mensch nur von der Theologie richtig begriffen werden könnte, wohl aber, dass ein theologisches Fragen nach dem Selbstverständnis des Menschen, seinem Verhältnis zu Mitmensch und Mitgeschöpf und auch so etwas wie einem Schöpfer (was ist das eigentlich?) uns auf wichtige Aspekte des Nachdenkens über uns selbst aufmerksam machen kann. Und könnte es in der Bildung um Wichtigeres gehen als um einen Beitrag zur Klärung des Selbstverständnisses? Eine Sensibilisierung hierfür ist das Ziel dieses Seminars.

Ich wünsche mir eine Seminargruppe, die Lust hat, eigenes Fragen und Denken intensiv in ein Gespräch miteinander und natürlich auch dem einen oder anderen anregenden Text zu bringen. Schön wäre es, wenn wir eine bunte Gemeinschaft wären aus Christinnen, Muslimen und Atheistinnen. Gerne nehme ich für die inhaltliche Ausgestaltung thematische Wünsche aus der Seminargruppe mit auf (Perspektiven verschiedener Religionen? Philosophische Positionen? usw.).